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Was ist Physiotherapie?

Was ist Physiotherapie

“Physiotherapie” stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet so viel wie “die Wiederherstellung der natürlichen Funktionen”. Und genau darauf zielt die Behandlung auch ab. Mit verschiedenen Techniken therapiert sie Einschränkungen der körperlichen Beweglichkeit und stellt beeinträchtigte Funktionen wieder her.

Als ärztlich verordnetes Heilmittel dient sie als sinnvolle Ergänzung zu chirurgischen und medikamentösen Behandlungsformen. Gelegentlich kann sie die Arzneimitteltherapie oder den operativen Eingriff sogar ersetzen.

Welche Formen von Physiotherapie gibt es?

Die manuelle Therapie

Die manuelle Therapie ist wörtlich zu nehmen, nämlich als Heilbehandlung mit den Händen. Mithilfe von erprobten Grifftechniken wie Ziehen, Stossen, Kneten oder Drücken, der sogenannten passiven Behandlung, baut der Therapeut Blockaden im menschlichen Bewegungsapparat ab. Die verlorene Mobilität kehrt zurück, verspannte Muskeln sowie eingeklemmte Nerven lockern sich, der Schmerz lässt nach.

Mit der passiven Behandlung ist die manuelle Therapie aber noch nicht abgeschlossen. Wer die volle Funktionstüchtigkeit seiner beanspruchten Körperpartien möglichst schnell wieder zurückgewinnen will, führt das medizinische Training selbstständig fort. Mit ausgewählten Stabilitäts- und Kräftigungsübungen können Sie den Heilungsprozess beschleunigen.

Die Lymphdrainage

Mehr als 5 Liter Lymphe produziert unser Körper pro Tag. Selbst ein eigenes Transportsystem hat die milchig-wässrige Flüssigkeit, das Lymphsystem. Wird der Lymphabfluss allerdings gestört, staut sich die Flüssigkeit im Gewebe an. Es bilden sich Schwellungen unterhalb der Haut. Und genau hier kommt die Lymphdrainage zum Einsatz. Da die oberflächlichen Lymphbahnen direkt unter der Haut verlaufen, lassen sie sich mit leichten Kreis- und Pumpbewegungen positiv beeinflussen. Die angestauten Wassereinlagerungen lösen sich auf und der Lymphfluss kommt wieder in Gang.

Besonders zu empfehlen ist die Lymphdrainage nach operativen Eingriffen. Hat der Hautschnitt die umliegenden Lymphbahnen durchtrennt, ist nicht selten der Lymphfluss gestört. Rhythmische manuelle Berührungen bringen ihn wieder zum Fliessen. Gleichzeitig lassen sich auch lokale Lymphstauungen mit den Händen ausstreichen. Auch für folgende Beschwerden ist die sanfte Form der Physiotherapie eine gute Wahl:

  • Migräne
  • Fibromyalgie (tiefe Muskelschmerzen in verschiedenen Körperregionen)
  • geschwollene Gelenke und Extremitäten ohne spezifische Ursache
  • verletzungsbedingte Schwellungen
  • Morbus Sudeck (komplexes regionales Schmerzsyndrom)

Das medizinische Training (MTT)

Wer in seiner Physiotherapie Fortschritte macht, will sie natürlich auch festhalten. Umso wichtiger ist das medizinische Training (MTT). Nachhaltig baut es die medizinischen Meilensteine aus und bringt den individuellen Heilungsprozess in Schwung.

Doch wo genau liegt der Unterschied zum herkömmlichen Fitnesstraining? Die Zielsetzung der medizinischen Trainingstherapie ist eine andere. Im Mittelpunkt steht nicht etwa die Muskelkraft, sondern die Stärkung körperlicher Schwachpunkte. Speziell empfindliche Körperregionen wie Knorpel, Bänder, Bandscheiben, der Meniskus und Sehnenansätze werden in dem durchdachten Trainingsprogramm wieder auf Vordermann gebracht. Als Hauptadressaten für die nachhaltige Physiotherapie gelten:

  • Senioren
  • Sportler
  • Profisportler
  • Patienten mit postoperativen Verletzungen
  • Patienten mit wenig bis keiner Trainingserfahrung

Oberste Priorität hat beim medizinischen Training die Individualität. So unterschiedlich die Patienten und ihre Beschwerden sind, so unterschiedlich müssen auch die Trainingspläne sein. Nur ein massgeschneidertes Konzept führt langfristig zum Erfolg.

Die medizinische Massage

Ob chronischer Stress, Fehlbelastungen oder Zahn- und Kiefergelenksbeschwerden – Rücken-, Kopf- und Nackenverspannungen gelten als Volksleiden schlechthin. Auf die leichte Schulter zu nehmen sind sie aber nicht. Schnell hat unsere Lebensqualität unter ihnen zu leiden.

Als klassische Behandlungsform hat sich die medizinische Massage bewährt. Gezielt nehmen die Spezialgriffe, individuell auf Ihre gesundheitlichen Bedürfnisse abgestimmt, Blockaden in Muskeln, Sehnen und Gewebe in Angriff. Der Heilungsprozess wird angekurbelt, die Schmerzen gelindert, die Funktionsfähigkeit wieder hergestellt. Sie fühlen sich lebendiger, vitaler und beweglicher.

Als punktuelle Physiotherapie wird die medizinische Massage aber nicht verstanden. Schliesslich entfaltet sie ihre wohltuende Wirkung nicht nur an der behandelten Region selbst. Der gesamte Organismus kommt in ihren Genuss. Angenehme Entspannung und Gelöstheit durchfluten Ihren Körper, nicht aber nur auf der physischen Ebene. Auch die Psyche nimmt die kurze Auszeit dankend an. Nicht umsonst gilt die medizinische Massage als ganzheitliche Physiotherapie.

Medical Taping

Medical Taping

Wir kennen die leuchtenden elastischen Bänder, die sogenannten Kinesio-Tapes, vor allem von den durchtrainierten Körpern von Profisportlern. Inzwischen hat sich aber einiges geändert: Die Tapes, die ursprünglich aus der japanischen Heilkunst stammen, kommen längst nicht mehr nur im Leistungssport, sondern auch in der allgemeinen Physiotherapie zum Einsatz. Aus gutem Grund: Sie lindern schliesslich nicht nur Verspannungen und Rückenschmerzen, sondern auch Migräne und Gelenkbeschwerden.

Hauptaufgabe des medizinischen Tapings ist nicht die vollständige Blockade von Muskeln und Gelenken. Vielmehr sollen die flexiblen Bänder sanft den gesunden Bewegungsablauf unseres Körpers unterstützen. Zugleich vermeiden sie sogenannte Überrotationen, schädliche und übermässige Bewegungen.

Auch bei angeschwollenem Gewebe entfaltet medizinisches Taping seinen heilenden Effekt. Mit den Prinzipien der Kompression wirkt es der Schwellung entgegen. Ähnliches ist bei verletzten Gelenken und Knochen zu beobachten. Wie eine Schiene fixieren die Tapes die beanspruchten Körperpartien und bringen sie zurück in die richtige Form.

Die Stosswellentherapie

Volkskrankheiten wie der Tennisellbogen, Fersensporn oder die Kalkschulter fallen uns täglich zur Last. Über Wochen, manchmal sogar über Monate, sind Schmerzen unser ständiger Begleiter. Dass die Fehl- und Überbelastungen meist von selbst wieder abklingen, ist nur ein schwacher Trost.

Gängige Schmerzmitteltherapien und operative Eingriffe sollen zwar Linderung verschaffen, bringen jedoch wieder neue unerwünschte Begleiterscheinungen mit sich. Als schonende Alternative empfehlen Experten die Schockwellentherapie (shockwave).

Mithilfe einer Schallsonde werden die mechanisch-akustischen Druckimpulse zielgerichtet in die Behandlungsregionen eingearbeitet. Sanft dringen die Wellen in Haut, Muskeln und Fett ein, ohne dabei Verletzungen zu hinterlassen. Ihre Energie setzen sie aber erst dann frei, wenn sie festen Widerstand spüren. So können Sie unerwünschte Ablagerungen wie Nierensteine und Verkalkungen abbauen.

Nebenbei bedient sich die renommierte Therapieform auch radialer Wellen, die die Durchblutung anregen und das Gewebe stimulieren. Das Ergebnis: Der Heilungsprozess beschleunigt sich und der Schmerz lässt nach.

Ausgezeichnete Resultat erzielt die Stosswellentherapie bei diesen Beschwerden:

  • chronische Nacken-, Schulter- und Rückenverspannungen
  • Fersenschmerz (Fersensporn)
  • chronische Einschränkungen in der Achillessehne (Achillodynie)
  • chronische Schmerzen im Ellbogenbereich (Tennis- oder Golferellbogen)
  • chronische Schmerzen an der Kniescheibe (Patellaspitzen-Syndrom)

Wer braucht eine Physiotherapie?

Die Physiotherapie kommt immer dann zum Einsatz, wenn die Funktionalität des Körpers beeinträchtigt ist. Dies ist vor allem nach Operationen, Erkrankungen, Verletzungen sowie Fehlstellungen der Fall. Genauso ratsam ist Physiotherapie im Alter. Nimmt der Gelenkverschleiss zu, braucht der Körper fachmännische Unterstützung.

Nicht aber nur um die Beschwerden selbst geht es bei der Physiotherapie. Der Mensch als Ganzes steht im Mittelpunkt. So zieht der Therapeut auch immer das Alter, den Fitnesszustand, die alltäglichen Lebensumstände und den bisherigen Krankheitsverlauf des Patienten mit ein.

Wie läuft eine Physiotherapie ab?

Bei der Physiotherapie ist es ähnlich wie beim Arzneimittelrezept. Gemäss dem Heilmittelkatalog verlangt die Therapie eine ärztliche Verordnung. Je nach Krankheitsbild und Schweregrad legt der Mediziner die Art und Anzahl der Behandlungen fest.

Beim ersten Besuch beim Physiotherapeuten wird aber nicht gleich blind darauf lostrainiert. Schliesslich ist Physiotherapie kein Standardprogramm. Sie ist ein Individualprogramm, optimal auf den Befund und die Bedürfnisse des Patienten angepasst. Nicht umsonst führt der Therapeut zunächst eine umfassende Anamnese durch.

Im persönlichen Gespräch schildert der Patient seine Krankheitsgeschichte. Welche Symptome plagen ihn? Wann sind sie erstmals aufgetreten? Welche Behandlungsmethoden kamen zum Einsatz? Sind Folgeerkrankungen zu beobachten?

Anschliessend findet eine gründliche Untersuchung statt. Sowohl die Muskelkraft als auch die Beweglichkeit sind von Interesse. Ebenfalls von Bedeutung ist der Schmerz. Wo sitzt er eigentlich? Lässt sich der genaue Ursprung lokalisieren? Aus den Ergebnissen entsteht ein physiotherapeutischer Therapieplan, der eingehend mit dem Patienten besprochen und angepasst wird.

Je nach Therapieplan finden regelmässige Sitzungen statt. Zu erwarten hat der Patient dabei eine ausgewogene Mischung aus aktiven, assistierten und passiven Übungen.

Die passiven Übungen

Bei den passiven Übungen trainiert der Physiotherapeut die beanspruchten Gelenke ohne aktive Mithilfe des Patienten. Das steigert die Mobilität, regt die Durchblutung an und beugt Versteifungen vor.

Die assistierten Übungen

Bei der assistierten Physiotherapie sieht es anders aus. Hier ist die Muskelkraft des Patienten gefragt. Auf sich allein gestellt ist er dabei aber nicht. Entweder unterstützt ihn der Physiotherapeut oder spezielle Trainingsgeräte. So gewinnt er schrittweise die Kontrolle über seine Beweglichkeit zurück, ohne seine Gelenke gleich überzustrapazieren.

Die aktiven Übungen

Ohne fremde Unterstützung führt der Patient die sogenannten aktiven Übungen aus. Der Physiotherapeut hat allerdings stets ein Auge auf die Bewegungsabläufe. Sobald sich Fehler einschleichen, greift er ein. Gerade für die eigenständige Physiotherapie zu Hause ist diese Kontrollfunktion unverzichtbar. Schliesslich soll der Patient auch abseits der Praxis den Übungen richtig nachgehen können.

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Physiotherapie, ein lebenslanger Begleiter

Die Dauer der Physiotherapie ist von Patient zu Patient verschieden. Während sich die einen schon nach wenigen Wochen wieder fit und agil fühlen, dauert es bei den anderen oft mehrere Monate. Gelegentlich begleitet Sie die Physiotherapie sogar ein Leben lang.

Bei chronischen Erkrankungen lassen sich die körperlichen Einschränkungen oft nicht vollständig beheben. So endet mit der Physiotherapie oft auch die Linderung. Nicht ohne Grund verlangen chronische Krankheiten häufig eine lebenslange Physiotherapie. In diesem Fall legt der Behandlungsplan auch grossen Wert auf die Alltagsbewältigung. Angehörige werden miteinbezogen. Gleichzeitig lernen Betroffene mit verschiedenen Hilfsmitteln umzugehen – ganz nach dem Prinzip “Hilfe zur Selbsthilfe”.

Mitdenken: Prävention durch Physiotherapie

Wir kennen die Physiotherapie hauptsächlich als regenerative Massnahme. Dabei kommt sie häufig auch der Prävention zugute. Gerade im beruflichen Sektor macht sich die Vorsorge bezahlt.

Nicht selten macht uns unsere Arbeit krank. Dabei müssen wir nicht einmal einen körperlich anstrengenden Beruf ausüben. Schon ein gewöhnlicher Bürojob hat seine gesundheitlichen Tücken. Man denke nur an die vielen bewegungslosen Stunden vor dem Computerbildschirm. Nacken- und Rückenschmerzen sowie der berühmte Tennisarm sind oft nur eine Frage der Zeit. Umso wichtiger ist eine gute Vorsorge. Wer sich frühzeitig in Behandlung begibt, kann den ergonomischen Risiken besser aus dem Weg gehen.

Bei der Prävention kommt es aber nicht allein auf die Sitzungen mit dem Physiotherapeuten an. Ziel ist auch das Selbsttraining. Der Patient lernt effektive Übungen kennen, mit denen er sich selbst etwas Gutes tun kann. Denn je besser er mitwirken kann, desto erfolgreicher die Behandlung.

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