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Tarifstruktur Physiotherapie 2018

Tarifstruktur Physiotherapie 2018 (1/2)

Nach Jahrelangen Verhandlungen ist die neue Tarifstruktur für die Physiotherapie durch den Bundesrat am 18 Oktober 2017 festgelegt worden. Diese ist jedoch weitgehend ähnlich geblieben wie die bestehende Tarifstruktur, mit nur kleinen Anpassungen und Veränderungen. Die neue Tarifstruktur tritt ab 1.1.2018 in Kraft.

Was bedeutet diese neue Tarifstruktur für die Physiotherapie?

  • Wir können wie gehabt unsere qualitativ hochwertige Behandlungen so weiterführen
  • Pro Tag sind mehrere Behandlungen möglich, wenn dies vom Arzt verordnet wird. Dies bedeutet, dass für aufwendige Fälle mehrere Behandlungen z.B. Lymphdrainage und Physiotherapie und für normale Fälle z.B. Physiotherapie und MTT am gleichen Tag durchgeführt werden können
  • Wir können weiterhin die Physiotherapie mit der MTT kombinieren
  • Wir können bei fast allen Patienten MTT machen. Da MTT im Sinne der Rehabilitation (gem. Duden: “Wiederherstellung der Funktion”) vergütet wird.
  • Wir können weiterhin Aufwendige Behandlungen und Lymphdrainage durchführen
  • Wir können mittels Therapiebericht einen ausführlichen Status und Verlaufsbericht dem zuweisenden Arzt zukommen lassen.

Beschluss Bundesrat

Der Bundesrat hat anlässlich seiner Sitzung vom 18. Oktober 2017 mittels Verordnung die Physiotherapie Tarifstruktur ab 1.1.2018 festgesetzt.

Zusammenfassung der wichtigsten Änderungen

Wir haben eine Zusammenfassung gemacht der wichtigsten Änderungen und eine Übersicht kreiert der meistgebrauchten Tarifen. Die festgelegte Tarifstruktur basiert auf der vom Bundesrat festgelegten, bis am 31. Dezember 2017 geltenden Tarifstruktur.

  • 2x Physiotherapie  oder 1x Physio + 1x MTT pro Tag möglich, wenn dies auf der Verordnung durch den Arzt verordnet wird.

Die einleitende Bemerkung 2 wurde dahingehend präzisiert, dass pro Sitzung eine der Sitzungspau- schalen 7301 bis 7340 verrechnet werden darf. Eine Sitzungspauschale (Positionen 7301 bis 7340) dürfte im Prinzip nur einmal pro Tag verrechnet werden. Sie kann nur zweimal pro Tag verrechnet wer- den, wenn an diesem Tag zwei Behandlungen durchgeführt wurden. Die zwei Behandlungen pro Tag müssen ausdrücklich ärztlich verordnet worden sein. Es handelt sich um eine Klarstellung der Formulierung, wie sie in der aktuellen Tarifstruktur steht.

  • Tarif 7301, Einzeltherapie für allgemeine Physiotherapie ist eine Pauschale d.h. beinhaltet alle einfachen Kombinationsbehandlungen ohne MTT und ist nicht Zeitgebunden

Die Tarifposition 7301 sieht eine Einzelsitzungspauschale für allgemeine Physiotherapie vor. Diese Tarifposition deckt alle einfachen oder Kombinationsbehandlungen ab, die nicht ausdrücklich unter den Tarifpositionen 7311 bis 7340 aufgeführt werden. Die Beschreibung der in der Position enthaltenen Leistungen unter Punkt 2 ist neu und stützt sich auf den neuen Wortlaut von Artikel 5 Absatz 1 KLV.

  • Tarif 7311, Einzeltherapie für Aufwendige Physiotherapie ist eine Pauschale d.h. beinhaltet alle aufwendige Behandlungen sowie Lymphdrainage ohne MTT und ist nicht Zeitgebunden

Die Tarifposition 7311 sieht eine Einzelsitzungspauschale für aufwändige Physiotherapie vor. Sie kann für aufwändige Behandlungen abgerechnet werden, wenn eines der unter Punkt 1 aufgeführten Krank- heitsbilder vorliegt. Dabei ist zu beachten, dass die Behandlungen für Störungen des Lymphgefässsys- tems künftig über die Position 7311 Anstelle der Position 7312 abrechenbar sind (siehe nächster Punkt). Auf Anfrage kann der Versicherer die Verwendung der Position 7311 für andere Indikationen bewilligen.

  • Tarif 7311 gilt neu auch für Lymphdrainage

Die alte Tarifposition 7312, die eine Sitzungspauschale für manuelle Lymphdrainage vorsah, wurde gestrichen. Künftig kann die manuelle Lymphdrainage über die Position 7311 abgerechnet werden. Da- bei geht es um eine Vereinfachung der Tarifstruktur, die keine Auswirkungen haben sollte, da beide Tarifpositionen (7311 und 7312) mit der gleichen Anzahl Taxpunkten bewertet wurden (77 TP) und grundsätzlich die gleichen Kombinationen von Tarifpositionen erlaubt sind.

  • Tarifposition für Elektro Therapie gestrichen

Die alte Tarifposition 7320, die eine Sitzungspauschale für Elektro- und Thermotherapie / Instruktion bei Gerätevermietung vorsah, wird gemäss Antrag von physioswiss und des SVFP vom 14. Juli 2016 gestrichen.

Gemäss diesen beiden Verbänden gibt es keine wissenschaftliche Evidenz für die Wirksam- keit der ausschliesslich passiven Elektro- und Thermotherapie. Diese physikalischen Massnahmen kön- nen im Rahmen einer Sitzung in Kombination mit anderen therapeutischen oder physikalischen Mass- nahmen durchgeführt werden. Die Sitzung wird über die Tarifpositionen 7301, 7311 oder 7330 abge- rechnet, sofern die Abrechnungsregeln für diese Positionen eingehalten werden.

  • Tarif 7340, MTT Medizinische Trainingstherapie ist eine Pauschale zur Benutzung der MTT- Infrastruktur unter Betreuung

Die Tarifposition 7340 trägt die Bezeichnung «Sitzungspauschale für Medizinische Trainingstherapie (MTT)». Dies entspricht dem Wortlaut von Artikel 5 Absatz 1 Buchstabe b Ziffer 5 KLV. Diese Sitzungs- pauschale umfasst die Einzelbetreuung zur Anamnese, Instruktion, Evaluation oder Anpassung des Trainingsprogramms in der MTT-Infrastruktur. MTT wird nur im Sinne von Rehabilitation vergütet.

Für MTT als diagnostische oder präventive Leistung besteht keine Leistungspflicht; ebenso gehen Tests und deren Auswertung nicht zu Lasten der Versicherung.

  • Tarif 7301, 2x möglich im MTT- Programm zur Instruktion von Patienten

Für das MTT-Programm kann die Physiotherapeutin oder der Physiotherapeut zwei Sitzungen über die Position 7301 anstelle von Position 7340 verrechnen. Die von der Patientin oder vom Patienten durchgeführte medizinische Trainingstherapie wird von der Physiotherapeutin oder vom Physiotherapeuten überwacht und kontrolliert. Diese Position ist mit keiner anderen Position der Tarifstruktur kombinierbar.

  • Tarif 7350, Zuschlag für die erste Behandlung

Die Tarifposition 7350 sieht einen Zuschlag für die erste Behandlung einer Patientin oder eines

Patienten vor, d.h. anlässlich der ersten Sitzung durch den abrechnenden Leistungserbringer (Institution, Organisation oder Praxis). Dieser Zuschlag gilt als Pauschale für den zusätzlichen Aufwand bei einer ersten Behandlung. Der zusätzliche Aufwand besteht in der Problemerfassung, dem Aktenstudium, der Problembeurteilung, der Zielfestlegung und der Behandlungsplanung. Der Zuschlag kann pro Patientin oder Patient einmal innerhalb von 36 Sitzungen verrechnet werden. Wurde die Behandlung vor Errei- chen der Zahl von 36 Sitzungen abgeschlossen, so kann der Zuschlag nur in einem Rezidivfall, wenn sich das Krankheitsbild grundlegend verändert hat oder wenn die letzte Behandlung mehr als sechs Monate zurückliegt, verrechnet werden.

  • Tarif 7351, Zuschlag für die Behandlung von Kindern mit chronischer Behinderung

Die Tarifposition 7351 sieht einen Zuschlag für die Behandlung von Kindern mit chronischer Behinde- rung vor. Diese Position kann für Kinder bis zur Vollendung des sechsten Lebensjahres bei chronischer Behinderung abgerechnet werden. Unter Punkt 2 werden die betreffenden Behinderungen aufgeführt und es wird präzisiert, dass die chronische Behinderung in jedem Fall ärztlich zu begründen ist. Die Physiotherapeutin oder der Physiotherapeut rechnet die erbrachten Leistungen über die Position 7311 ab. Die Tarifposition 7351 kann einmal pro Patientin oder Patient und pro Sitzung verrechnet werden.

  • Tarif 7361, Verrechnung des Behandlungsmaterial wie z.B. Tape

Die Tarifposition 7361 ist neu. Sie dient der Verrechnung des benötigten Behandlungsmaterials. Unter Behandlungsmaterial versteht man das Material, das die Physiotherapeutin oder der Physiotherapeut während einer Behandlungssitzung verwendet.

Diese Position kann zusätzlich zu den Tarifpositionen 7301, 7311 und 7330 zum Einkaufspreis (abzüglich weiterzugebende Rabatte und inkl. MWST) abge- rechnet werden. Punkt 2 enthält eine abschliessende Liste der verschiedenen Materialkategorien, die zusätzlich verrechnet werden dürfen. Zum Behandlungsmaterial gehören insbesondere folgende Artikel, wenn sie während einer Sitzung für die Patientin oder den Patienten verwendet werden: Verbands- /Polstermaterial (z.B. Binden, Polsterwatte, Schlauchverbände, Aktivpolster etc.), Tape-Material (z.B. starres Tape, elastisches Tape), Material für die Beckenbodenrehabilitation (z.B. Sonden, Elektroden, Einwegpessare, Druckballonkatheter), Material für die Elektrotherapie (z.B. Elektroden), Material für Atemtherapie (z.B. Mundstücke, Aerosole etc.). Verbrauchsmaterialien (z.B. Handschuhe, Sterillium®, Massagelotion, Einwegtücher etc.) gehören zu den Sachkosten der Praxisinfrastruktur und dürfen der Patientin oder dem Patienten nicht extra verrechnet werden. Gemäss Punkt 4 ist das Behandlungsma- terial für jede Rechnung (nach maximal neun Sitzungen) aufzuführen. Auf der Abrechnung anzugeben sind jeweils die betreffende Materialkategorie (gemäss abschliessender Liste unter Punkt 2), die Men- gen (mit Einheiten) sowie der Einkaufspreis des betreffenden Materials (abzüglich weiterzugebende Rabatte und inkl. MWST).

Taxpunkte bleiben unverändert

Da die Bewertung der Tarifpositionen grundsätzlich gleich bleibt, dürfte der Eingriff kostenneutral sein. Deshalb ist keinerlei Monitoring der Massnahmen vorgesehen. Da es letztlich darum geht, die Verständ- lichkeit und die Transparenz der aktuell geltenden Tarifstruktur zu verbessern, werden die ergriffenen Massnahmen keinen direkten Einfluss auf die kantonalen Taxpunktwerte haben.

Die Änderung der Verordnung tritt am 1. Januar 2018 in Kraft

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