Schmerzen & Beschwerden der Schulter

Schulterschmerzen und Schulterverletzungen gehören zu den mühsamsten Beschwerden für viele Patienten. Das Schultergelenk ist ein komplexes Gebilde aus Bändern, Sehnen und der Gelenkkapsel. Bei Verletzungen, Zerrung oder Überlastung können diese bindegewebigen Strukturen überdehnen, zerren oder sogar reißen.

Schulterschmerzen und Schulterverletzungen werden häufig durch akute Verletzungen (Trauma) ausgelöst: Ein Sturz oder ein Aufprall kann Sehnen und Weichteilgewebe der Schulter verletzen, Sehnen, Schleimbeutel, Gelenkkapsel und Muskeln rund um das Schultergelenk können überdehnen oder reißen.

Jede Verletzung der Schulter führt zu einem langwierigen Heilungsprozess: Entzündungen, Blutergüsse, schmerzhafte Schwellungen führen zu stechenden Schulterschmerzen und Bewegungseinschränkungen

Neben Verletzungen können aber auch Stoffwechseldefizite und Bewegungsmangel Schulterschmerzen auslösen:

Beispiel Kalkschulter: durch Kalkeinlagerungen in die Supraspinatussehne oder eine Entzündung der Gelenkkapsel (Frozen shoulder) können auch ohne äußere Einwirkung schwere Schulterschmerzen entstehen.

Ursachen und Behandlung von Schulterschmerzen und Schulterverletzungen

Schulterschmerzen und Schulterverletzungen kommen in vielen Formen und Intensitäten vor:

Schulterprellung (Kontusion der Schulter)Schulterschmerzen Reha Prime Physiotherapie

Eine Prellung der Schulter macht sich häufig wie folgt bemerkbar

  • Stechende Schmerzen
  • Bluterguss und Blaufärbung
  • Schonhaltung
  • Bewegungseinschränkungen
  • Schürfungen auf der Haut

Schulterzerrung

Eine Zerrung der Schulter zählt zu den schwereren Verletzungen der Schulter und verursacht häufig stark stechende Schmerzen. Eine Schulterzerrung hat meist eine zu starke Überdehnung von Muskeln und Sehnen im Schulterbereich als Ursache, wodurch Risse im Gewebe entstehen.
Häufig entsteht eine Schulterzerrung durch Überlastung, bei Kampfsportarten, oder durch den Sturz bei ausgestrecktem Arm.
Eine Schulterzerrung macht sich in der Regel wie folgt bemerkbar

  • Stechende Schulterschmerzen
  • Bluterguss und Blaufärbung (Hämatom)
  • Bewegungseinschränkung und Schonhaltung
  • Der Übergang von einer einfachen Schulterzerrung bis hin zu einer schweren Schulterverletzung wie z.B. Rotatorenmanschettenriss, Bizepssehnenriss oder einer SLAP-Läsion (Riss der Knorpellippe am Rand der Schulterpfanne) ist fließend.

Knochenquetschung an der Schulter ("Bone Bruise")

Vom sogenannten "Bone Bruise" spricht man bei einer Quetschung oder Prellung des Knochens im Schultergelenk. Dabei kann die Knorpelschicht beschädigt werden und der darunterliegende Knochen durch eine traumabedingte Verletzung der Knochenoberfläche ein Ödem (Wassereinlagerung) entwickeln.
Die Schulterschmerzen nach einem bone bruise halten sehr lange an und heilen nur langsam ab. Häufig ist ein bone bruise des Schulterknochens mit einer Schulterzerrung oder einer Schulterprellung verbunden.

Symptome bei einem bone bruise:

  • Monatelang dauernde stechende oder dumpfe, tiefliegende Schulterschmerzen
  • Manchmal mit Schürfung
  • Bluterguss (Hämatom)
Medizinische Massage bei Physiotherapie Reha Prime in Wallisellen

Schulterprellung und Schulterzerrung - was tun?

Bei Schulterprellungen oder Schulterverletzungen raten wir unseren Patienten folgenden Massnahmen:

  • Ruhigstellen und Entlasten
  • Schonverband
  • Entzündungshemmende Behandlung mit nichtsteroidalen Antirheumatika (z.B. Ibuprofen)
  • Nicht-invasive Behandlung (z.B. Physiotherapie, zellbiologische Regulationstherapie)

Häufig stellen sich unseren Patienten mit Schulterbeschwerden folgende Fragen:

Wann muss ich zum Arzt bei Schulterschmerzen und Schulterverletzungen?

Schulterprellung: Heilt in den meisten Fällen innerhalb von einigen Tagen bis höchstens zwei Wochen wieder folgenlos aus. Dauern die Beschwerden länger, wird eine Untersuchung von allfälligen Strukturschäden empfohlen.

Schulterzerrungen: Diese heilen in der Regel unkompliziert aus: innerhalb von zwei bis vier Wochen sollten Sie schmerzfrei sein. Sollte Ihre Schmerzen dennoch länger anhalten, ist eine weitere Diagnose erforderlich, um mögliche strukturelle Schäden zu untersuchen.

Bone Bruise (Quetschung): bei Bone Bruises kann die Heilung bis zu mehreren Monaten lang dauern.

 

Braucht es eine Operation?

Grundsätzlich keine einfache Frage. Während die Kritik im Gesundheitswesen grösser wird, dass ein Grossteil der Operation unnötig und ohne nachweisbare Besserungen durchgeführt werden, sind chirurgische Eingriffe in einigen Fällen die effektivste Lösung. Nachfolgend eine Orientierungshilfe:

  • Nein bei leichten Schulterverletzungen und Schulterbeschwerden wie bspw. Frozen Shoulder braucht es keine Operation. Bänderrisse welche keine Schmerzen, Instabilitäten oder Unsicherheit im Schulter verursachen, können ebenfalls ohne eine Operation behandelt werden.
  • Ja bei Knochenbrüchen (Frakturen) oder massiven Bänderrissen, sowie Labrumrisse, welche grosse Instabilitäten im Schulter bei Sport und Alltagsaktivitäten verursachen.

Grundsätzliche empfehlen wir unseren Patienten Zurückhaltung bei Operationen an und empfehlen im Zweifelsfall die sicherere, nicht-invasive Behandlung.

Helfen Medikamente bei Schulterschmerzen und Schulterverletzungen?

Grundsätzliche dienen Medikamente nur der Schmerzlinderung oder um eine Abschwellung zu erzielen.

  • In manchen Fällen zum Aufbau von verletzten Knorpeln
  • Zellbiologische Regulationstherapie bei Frozen Shoulder
  • Zur Heilung von Rissen oder Instabilitäten der Schulter helfen Medikamenten nicht und sind meist sogar kontraproduktiv

Soll ich zum Hausarzt oder zum Spezialisten?

Als Sportler oder bei Sportverletzungen ist es ratsam direkt einen Sportarzt zu konsultieren, da dieser am meisten Erfahrung mit den Verletzungsmustern von Sportlern hat. Auch einige Hausärzte sind spezialisiert auf den Bewegungsapparat und mit der Behandlung von Sportlern und Sportverletzungen vertraut.

Was kann die Physiotherapie für diese Beschwerde bewirken?Rückenschmerzen – was hilft wirklich?

Falls ein nicht-invasives (=ohne Operation) Vorgehen gewählt wird, sorgt die Physiotherapie dafür, die Schulter wieder schmerzfrei, belastbar und stabilisiert wird, damit die Schulter wieder im vollen Umfang belastbar und beweglich ist.

Findet die Physiotherapie im Anschluss an eine Operation statt, liegt der Fokus auf einem optimalen Heilungsverlauf während der Rehabilitation. Bei Sportlern streben wir an, dass nach kurzer Zeit bereits wieder auf eine verantwortbare Art und Weise leichtere Belastungen und Bewegungen durchgeführt werden können und ein Wettkampfniveau erreicht wird und gleichzeitig das Risiko von Rezidiven oder Rückfällen oder eine erneute Verletzung zu vermindern.

Wann hilft die Physiotherapie?

  • Bei Schmerzen
  • Gefühlt der Instabilität oder Unsicherheit der Schulter im Ruhezustand oder bei leichter Bewegung und sportlichen Belastungen
  • Nach Operationen

Wann gehe ich zum Physiotherapeuten?

  • Möglichst direkt nach Auftreten einer Schulterverletzung und/oder auftretenden Schulterschmerzen oder einer Schwellung
  • Dauerhaftes Gefühl der Instabilität in der Schulter
  • Nach dem der Arzt Diagnose gestellt hat und Therapie verschrieben hat
  • Idealerweise arbeitet Ihr Arzt sehr eng mit dem Physiotherapeuten zusammen

Wie lange dauert die Physiotherapie?

  • Leichte Schulterzerrungen sollten nach ca. zwei bis vier Wochen schmerzfrei sein
  • mittlere Schulterzerrungen sollten nach ca. zwei bis drei Monaten schmerzfrei sein
  • Schwere Schulterzerrungen mit Teilrisse oder Abrisse brauchen ca. drei bis sechs Monate um schmerzfrei zu werden.
  • Die Therapie nach leichten Schulteroperationen wie z.B. Labrumrefixation (Schulterpfanne festigen) dauert ca. drei Monate 
  • Die Therapie nach schweren Schulteroperationen wie z.B. Naht der Rotatorenmanchette (Sehnennaht)  dauert ca. sechs Monate 
  • Die Ausheilung einer Bone Bruise-Verletzung kann mehrere Monate lang dauern.
  • Die Behandlung einer Frozen Shoulder dauert ca. 9 bis 18 Monate