Der Bewegungsapparat

Als Bewegungsapparat umschreibt man das Organsystem des menschlichen Körpers, welches die Form, Haltung und Beweglichkeit des Körpers sicherstellt. Er besteht aus mehr als 200 Knochen und zahlreichen anderen Elementen, welche im Zusammenspiel dafür sorgen, dass sich unser Körper so bewegen kann wie er es tut.

Der Bewegungsapparat besteht aus folgenden Strukturen:

  • Knochen
  • Muskeln
  • Gelenke
  • Bänder
  • Sehnen

Wir erläutern nachfolgend wie die einzelnen Elemente aufgebaut sind und welche Funktion sie in der Gesamtheit des Bewegungsapparates übernehmen.

Knochen

Knochen bilden das menschliche Skelett, welches das eigentliche Grundgerüst des Körpers darstellt. Der Körper besteht aus etwas mehr als 200 Knochen, welche in verschiedenen Formen und Grössen daherkommen.

Einige Knochen haben neben ihrer formgebenden und stabilisierenden Funktion, auch eine schutzgebende Funktion, wie beispielsweise der Schädelknochen (Schutz des Gehirns) oder die Rippen im Brustkorb (Schutz von Herz, Lunge etc.).

Die meisten Knochen sind fest und in sicher selber nicht beweglich. Jedoch können Knochen in ihrer Gesamtheit durch einen Impuls der Muskeln und über das Zusammenspiel von Gelenk, Sehnen und Bändern bewegt werden.

Knochen werden entweder durch Krankheiten (z.B. xyz) oder Brüche, beschädigt. Die meisten Brüche heilen von selbst wieder zusammen, jedoch ist in manchen Fällen ein chirurgischer Eingriff nötig wenn die Selbstheilung nicht möglich ist.

Beispiele von Knochen: Oberschenkelknochen, Schienbein, Schädelknochen, Rippe, Wirbel der Wirbelsäule, Steissbein

 

Muskeln

Muskeln sind bewegliche Organe, welche durch das Anziehen (Kontraktion) und Entspannen (Relaxation) die Bewegung des Körpers ermöglichen. Der menschliche Körper besitzt über 600 Muskeln welche in verschiedenen Formen und Grössen vorkommen.

Man unterscheidet 3 Arten von Muskeln:

Skelettmuskeln (quer gestreifte Muskeln) 

Die Muskeln, welche direkt für die äusserlich sichtbare Bewegung unseres Körpers (z.B. Bein beugen, Arm strechen, Finger spreitzen) verantwortlich sind. Anders als die beiden anderen Muskelarten, können wir die Skelettmuskeln bewusst steuern.

Beispiele von Skelettmuskeln: Bauchmuskeln, Bizeps, Trizeps, Wadenmuskel, Quadrizeps

Glatte Muskeln

Diese Muskeln unterliegen nicht der bewussten Kontrolle des Menschen (=wir können sie nicht steuern) sondern werden durch das vegetative Nervensystem gesteuert. Diese Muskeln befinden sich zum Beispiel in den inneren Organen wie dem Darm oder in den Atemwegen.

Herzmuskel

Der Herzmuskel (ebenfalls quer gestreift) arbeitet rhythmisch und funktioniert ohne bewusste Steuerung des Menschen. Er wird durch den Sinusknoten gesteuert und garantiert durch seine rhythmische Bewegung die ausreichende Blutversorgung im Menschen.

Gelenke

Gelenke sind bewegliche Verbindungen zwischen Knochen und Knorpeln. Man unterscheidet zwischen echten und unechten Gelenken:

Echte Gelenke

Von echten Gelenken spricht man, wenn eine Unterbrechung zwischen den am Gelenk beteiligten Knochen vorliegt (sogenannter Gelenkspalt), die Gelenkflächen mit Knorpel überzogen sind und das Gelenk aussen von einer Gelenkkapsel umgeben ist.

Die echten Gelenke fungieren als Scharniere des Bewegungsapparates, da sie die Bewegungen des Körpers führen.

Beispiele echte Gelenke: Kniegelenk, Schultergelenk, Hüftgelenk, Ellbogengelenk

Unechte Gelenke

Als unechte Gelenke bezeichnet man knorpelige und bindegewebige Knochenverbindungen, die kontinuierlich erscheinen und keinen Gelenkspalt haben. Sie zeichnen sich eher durch eine geringe Beweglichkeit aus und tragen so mehr zur Stabilität des Körpers bei.

Beispiele für die unechten Gelenke sind knorpelhafte Gelenke wie Bandscheiben oder Knochenhafte Gelenke wie beispielsweise das Steissbein, bei welchem die einzelnen Steisswirbel zu einem einheitlichen Knochen verwachsen sind.

 

Bänder

Bänder im Kontext des Bewegungsapparates bezeichnen die festen und kaum dehnbaren Faserverbindungen zwischen den Knochen. Die Bänder sind jeweils mit den Knochen auf beiden Seiten eines Gelenks verwachsen und tragen zur Stabilität bei.

Da Bänder fest und nur wenig dehnbar sind, geben Sie den beweglichen Strukturen des Körpers Stabilität und schränken deren Beweglichkeit im Rahmen ihrer Funktionalität ein (z.B. die Schulter kann nur zu einem gewissen Grad nach hinten gedreht werden).

Beschwerden und Verletzungen können durch Überdehnung oder übermässigen Belastung eines Bandes entstehen. Dann kommt es oftmals zu Bänderdehnungen oder Bänderrissen (z.B. Kreuzbandriss).

 

Sehnen

Sehnen sind bindegewebige Faserzüge die als Verlängerung der Muskulatur dienen und Muskeln mit Knochen verbinden.

Wenn ein Muskel sich zusammenzieht oder entspannt, wird dieser Impuls über die Sehnen auf die verbundenen Knochen übertragen, woraufhin diese sich im Zusammenspiel über das Gelenk hinweg bewegen.

Auch wenn ein Muskel auf den ersten Blick direkt mit dem Knochen verwachsen scheint, sind Sehnen bei jedem Muskel vorhanden. Sehnen welche über mehrere Gelenke hinweg verlaufen sind zum Schutz vor Abreibung über die Gelenke von Sehnenscheiden aus Bindegewebe umgeben.

Sehnen sind im Allgemeinen sehr reissfest.

Ablauf einer Bewegung

Wenn man die einzelnen Elemente des Bewegungsapparates kennt, kann der Ablauf einer Bewegung nachvollzogen werden. Nehmen wir als Beispiel die Beugung eines gestreckten Arms.

Ein Arm besteht grob zusammengefasst aus zwei Teilen, dem Ober- und Unterarm. Diese verfügen über zahlreiche Muskeln, Knochen, Bänder, Sehnen und Gelenke. Bei den Muskeln unterscheidet man zwischen denen die für die Beugung (Flexion) oder Streckung (Extension) zuständig sind. Ein Beispiel für einen Muskel der Beugung ist der Biceps und ein Muskel der Streckung wäre der Triceps.

Die Muskeln sind über die Sehnen mit den Knochen verbunden und die Knochen werden miteinander über die Bänder verbunden. Die Knochen liegen an den Gelenken an, welche die Beweglichkeit der ganzen Struktur Arm ermöglichen.

Eine Beugung des gestreckten Arms verläuft nun so:

  • Der Biceps (Flexionsmuskel) zieht sich zusammen
  • Die Verkürzung des Biceps bewirkt einen Zug auf die Sehne die den Biceps mit der Speiche (Knochen des Unterarms) verbindet
  • Die Sehne zieht die Speiche in Richtung des Biceps
  • Speiche bewegt sich Richtung Biceps
  • Die Bewegung wird durch die Bänder und das Gelenk kontrolliert geleitet
  • Der Arm beugt sich

Trotz ihrer passiven Rolle in dieser Bewegung, wird die Bedeutung der Gelenke und Bänder ersichtlich. Ohne ein Gelenk oder Bänder, würde der Zugmechanismus zwar trotzdem funktionieren, jedoch wäre die Bewegung nicht stabilisiert und bestünde die Gefahr das der Unterarm zur Seit wegklappen könnte.

Aus diesem Grund, unterscheidet man auch zwischen den aktiven Strukturen und passiven Strukturen des Bewegungsapparates. Trotz unterschiedlicher Funktionen, kann eine gesunde Bewegung nur durch das reibungslose Zusammenspiel aller Elemente ermöglich werden.